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Malteser Vechta

Hochwassereinsatz in Magdeburg

09.-14.06.2013

von Ina Nagel und Anika Riesenbeck

Vechta.
Am Freitagabend erreichte uns die Nachricht, dass dringend Hilfe im Hochwassergebiet in Magdeburg benötigt wird. Es galt schnell einen Sanitätszug zusammenzustellen, um die betroffene Bevölkerung sowie weitere Einsatzkräfte (von DLRG, Feuerwehr, THW, Bundeswehr und weiteren Hilfsorganisationen) zu unterstützen. Nach Rücksprache mit den jeweiligen Arbeitgebern durften wir unsere Fahrt am Sonntagmittag antreten. Um 12 Uhr kamen fünf Visbeker, neun Sandkruger und sieben Vechtaer an der Rettungswache in Vechta zusammen. Viele von uns standen das erste Mal, mit gemischten Gefühlen, vor einem Großeinsatz im Katastrophengebiet. Nach den ermunternden Worten durch Sebastian Kliesch und dem Landtagsabgeordneten Dr. Stephan Siemer konnten wir die Anreise nach Magdeburg im Konvoi beginnen.

Auf der Fahrt nach Magdeburg bekamen wir bereits die ersten ermutigenden und beipflichtenden Gesten durch Reisende zu spüren, in dem sie Lob für unsere angehenden Hilfeleistungen aussprachen und uns Süßigkeiten überreichten.

Gegen Abend erreichten wir das Hochwassergebiet in Magdeburg und bezogen unsere Schlafmöglichkeiten in den Messehallen,  in denen auch viele Helfer anderer Organisationen untergebracht waren. An allen Tagen positionierten wir unseren Bereitstellungsplatz vor der MDCC- Arena. Von dort aus sollten die verschiedenen Fahrzeuge (MTW, KTW, RTW und GW-SAN 5) zum Evakuierungstransport der Bürger zur Verfügung stehen. Also transportierten wir beispielsweise bettlägerige Patienten oder ältere Hilfsbedürftige aus ihren Wohnhäusern in Notunterkünfte oder in andere Krankenhäuser / Alten- und Pflegeheime. Als ein Deich zu brechen drohte, rückten wir mit dem RTW zum Ort des Geschehens zur sanitätsdienstlichen Betreuung der Deichbauer an.

Am letzten Tag traten wir unseren Einsatz um 6 Uhr an, um die komplette Rückführung von circa 400 Bewohnern und Patienten (teils Intensivpflichtig) der Pfeifferschen Stiftungen zu bewältigen. Insgesamt waren 10 RTW, 15 KTW, 5 MTW, 12 BTW und 3 Busse beteiligt. Unsere Helfer organisierten den Rettungsmittelhalteplatz, besetzten vier eigene Fahrzeuge,  fehlende Begleiterplätze und Fahrzeuge anderer Hilfsorganisationen. Die Betreuungskomponente aus Sandkrug sorgte für die Versorgung der eingesetzten Helfer (110 Einsatzkräfte). Nach der Rückführung der Bewohner und Patienten der Pfeifferschen Stiftungen fanden Transporte von Bewohnern nach Rothensee und Cracau statt. So leisteten wir beispielsweise Tragehilfe, um eine ältere Person in den vierten Stock ihres Wohnhauses zu begleiten. Viele zeigten sich sehr gerührt und wieder war die große Dankbarkeit zu spüren. Auch die Stadt und die Bevölkerung bedankte sich durch Infotafeln und selbst gebastelten Flaggen mit der Kernbotschaft: „Wir danken allen Helfern für ihre Unterstützung!“. Wir selbst empfanden dies als sehr überwältigend und motivierend. Die schwierige Situation in der Stadt Magdeburg veranlasste einzelne Vereine oder Hausgemeinschaften dazu uns reichlich mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Dafür ein großes Dankeschön.

In dieser ereignisreichen Woche konnten wir einige Erfahrungen sammeln, sei es persönlich im Umgang mit den Betroffenen oder bei einsatztaktischen Durchführungen. Die Zusammenarbeit innerhalb der heterogenen Gruppe wurde gestärkt und wir erkannten, dass wir in besonderen Situationen zusammenhalten und als starkes Team agieren können. In diesen Tagen wurde uns bewusst, dass diese Momente für die Gruppendynamik innerhalb des Offizialatsbezirks Oldenburg sehr wertvoll und von großer Bedeutung für die Gemeinschaft der Malteser sind.

Dies ermöglichten uns unsere Arbeitgeber durch ihre schnelle und verständnisvolle Entscheidung, uns von der beruflichen Tätigkeit für diesen Einsatz freizustellen. Diesen gilt ein besonderer Dank und auch unsere Anerkennung. 

Wir selbst sind dankbar für die ereignisreichen Tage und werden gerne an die Zeit zurückdenken. 

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